ISO-Codes
Was sind ISO-Codes?
ISO-Codes sind international standardisierte Schlüssel, die von der International Organization for Standardization definiert werden.
In SAP dienen sie dazu, Stammdaten und Geschäftsinformationen systemübergreifend eindeutig und standardisiert abzubilden. Dadurch können unterschiedliche Systeme, Geschäftspartner und Länder dieselben Informationen einheitlich interpretieren.
ISO-Codes werden in zahlreichen Bereichen des SAP-Systems verwendet und bilden insbesondere bei internationalen Geschäftsprozessen eine wichtige Grundlage.
Wie funktionieren ISO-Codes?
SAP verwendet häufig eigene interne Schlüssel, ordnet diesen jedoch zusätzlich internationale ISO-Codes zu.
Dadurch kann SAP:
- Daten mit externen Systemen austauschen,
- internationale Standards einhalten,
- gesetzliche Anforderungen erfüllen,
- Integrationsszenarien unterstützen und
- Mehrdeutigkeiten vermeiden.
Die Zuordnung erfolgt in vielen Fällen über das Customizing oder über zentrale Stammdatenobjekte.
Welche Vorteile bieten ISO-Codes?
Die Nutzung von ISO-Codes bietet zahlreiche Vorteile:
- internationale Standardisierung
- bessere Datenqualität
- vereinfachte Systemintegration
- Unterstützung globaler Geschäftsprozesse
- geringerer Mapping-Aufwand bei Schnittstellen
- Einhaltung regulatorischer Anforderungen
Welche Nachteile haben ISO-Codes?
Die Verwendung von ISO-Codes bringt auch Herausforderungen mit sich:
- Unterschiede zwischen SAP-internen und externen Codes
- Pflegeaufwand im Customizing
- Änderungen internationaler Standards
- Komplexität bei internationalen Rollouts
- Fehlerquellen bei Schnittstellen-Mappings
Was ist bei ISO-Codes zu beachten?
Unternehmen sollten insbesondere folgende Punkte berücksichtigen:
- ISO-Codes möglichst konsequent pflegen.
- Eigene kundenspezifische Codes vermeiden.
- Mapping-Tabellen dokumentieren.
- Auswirkungen auf Schnittstellen berücksichtigen.
- Internationale Anforderungen frühzeitig analysieren.
Welches sind die gängigsten ISO-Codes in SAP ?
1. Länder-ISO-Codes
Dies ist die bekannteste Verwendung von ISO-Codes in SAP.
Beispiel: Land: Deutschland, ISO-Code: DE
Diese ISO-Codes basieren in der Regel auf dem Standard ISO 3166-1 Alpha-2.
Sie werden verwendet für:
- Geschäftspartner
- Lieferanten
- Kunden
- Werke
- Steuerfindung
- Außenhandel
- Schnittstellen
2. Regions- und Bundeslandcodes
Viele Länder verwenden zusätzlich standardisierte Codes für Regionen oder Bundesländer.
Beispiel: Region: Kalifornien, ISO-Code: US-CA
Diese Codes basieren auf ISO 3166-2.
Sie spielen insbesondere eine Rolle bei:
- Adressdaten
- Steuerprozessen
- E-Rechnungen
- Compliance-Anforderungen
3. Währungscodes
SAP verwendet standardisierte Währungsschlüssel gemäß ISO 4217.
Beispiel: Währung: Britisches Pfund; ISO-Code: GBP
Diese Codes werden verwendet für:
- Buchhaltung
- Einkauf
- Vertrieb
- Treasury
- internationale Preisfindung
4. Sprachcodes
Sprachen werden ebenfalls über ISO-Standards abgebildet.
Beispiel: Sprache: Englisch; ISO-Code: EN
Sie werden verwendet in:
- Geschäftspartnerdaten
- Korrespondenz
- Formularen
- Fiori-Oberflächen
- Schnittstellen
5. Maßeinheiten und Mengeneinheiten
SAP verwendet interne Einheiten, die über ISO-Codes standardisiert werden können.
Beispiel: Einheit: Stück; ISO-Code: PCE (für Englisch ‘piece‘)
Diese Zuordnungen sind insbesondere wichtig für:
- EDI-Schnittstellen
- Lieferantenintegration
- Logistikprozesse
- internationale Datenaustauschformate
6. Verpackungseinheiten und Transportdaten
Im Logistikumfeld kommen ebenfalls standardisierte Codes zum Einsatz, beispielsweise für:
- Verpackungsarten
- Transportmittel
- Versandbedingungen
- Gefahrgutdaten
Diese basieren teilweise auf ISO-Standards oder verwandten internationalen Normen.
7. Zeitzonen
SAP verwendet standardisierte Zeitzonenschlüssel für internationale Prozesse.
Diese sind relevant für:
- globale Unternehmen
- internationale Lieferketten
- Zeitstempel in Schnittstellen
- Cloud-Lösungen
8. Banken und Zahlungsverkehr
Im Finanzwesen werden weitere internationale Standards verwendet, beispielsweise:
- ISO 9362 (BIC)
- ISO 13616 (IBAN)
Diese sind insbesondere relevant für:
- Zahlungsverkehr
- Treasury
- Bankkommunikation
Empfiehlt sich die Verwendung von ISO-Codes?
Ja. In internationalen SAP-Landschaften sind ISO-Codes praktisch unverzichtbar und stellen die Grundlage für standardisierte Geschäftsprozesse und Integrationen dar.
Die Verwendung internationaler Standards reduziert langfristig den Integrationsaufwand und verbessert die Datenqualität erheblich.
Wie benutze ich ISO-Codes richtig?
Gerade in modernen SAP-Landschaften mit Cloud-Anwendungen, EDI-Anbindungen und internationalen Geschäftspartnern gehören sie zu den grundlegenden Bausteinen einer erfolgreichen Integration.
Daher sollte das folgende beachtet werden:
- Standard-ISO-Codes bevorzugen.
- Eigene Erweiterungen nur im Ausnahmefall verwenden.
- Verantwortlichkeiten für Stammdaten definieren.
- Schnittstellen frühzeitig testen.
- Änderungen zentral steuern.
Wie helfen ISO-Codes im Alltag?
Im Tagesgeschäft unterstützen ISO-Codes unter anderem bei:
- internationalen Lieferantenbeziehungen,
- elektronischem Datenaustausch,
- Finanzprozessen,
- Außenhandel,
- internationalen Rollouts,
- Cloud-Integrationen.
Oft arbeiten sie dabei vollständig im Hintergrund und werden erst sichtbar, wenn Daten zwischen verschiedenen Systemen oder Ländern ausgetauscht werden müssen.
Wer kann mich beim Thema ISO-Codes unterstützen?
Gicom ist ausgewiesener Experte für Stammdatenprozesse und somit die richtige Wahl, wenn es um Fragen rund um Verwaltung und Nutzung von ISO-Codes geht
Welche Tipps gibt es für ISO-Codes?
Je internationaler ein Prozess ist, desto wichtiger werden ISO-Codes.
Aus diesem Grund sollten:
- ISO-Codes als Bestandteil der Stammdatenstrategie betrachtet werden.
- die verwendeten Standards bei Integrationsprojekten frühzeitig analysiert werden.
- die Auswirkungen auf EDI, E-Rechnung und internationale Prozesse berücksichtigt werden.
- kundenspezifische Abweichungen konsequent dokumentiert werden.
Migrationen nach SAP S/4 HANA bieten eine gute Gelegenheit zur Bereinigung historischer Fehl-Zuordnungen.