SAP SD-Bonus

Der SAP SD-Bonus ist die klassische SAP-Lösung im Modul Sales and Distribution (SAP SD) zur Verwaltung und Abrechnung von Kundenboni und nachträglichen Vertriebsvergütungen auf Basis von Umsatz- oder Abnahmezielen. In SAP S/4HANA wurde diese Funktion abgekündigt und durch das SAP Settlement Management (SAP CCM) abgelöst.

Was ist der SAP SD-Bonus?

Der SAP SD-Bonus (auch: Nachträgliche Vergütung im Vertrieb) ist eine Funktion im SAP-Modul Sales and Distribution (SAP SD), mit der Unternehmen Bonusvereinbarungen mit ihren Kunden abbilden und abrechnen konnten. Grundlage waren sogenannte Bonusabsprachen, in denen Konditionen, Staffeln und Abrechnungszeiträume hinterlegt wurden. Auf Basis der tatsächlichen Umsätze berechnete SAP die anteiligen Vergütungen und rechnete diese zum vereinbarten Termin gegenüber dem Kunden ab.

Typische Einsatzfelder waren Jahresumsatzboni, Staffelboni und Werbekostenzuschüsse (WKZ). Der SD-Bonus war über viele Jahre die Standardlösung für die vertriebsseitige Bonusabwicklung in SAP ERP.

 

 

Wie funktionierte der SAP SD-Bonus?

  • Bonusabsprache (Rebate Agreement): Im System wird eine Vereinbarung mit dem Kunden hinterlegt. Darin ist definiert, welche Bedingungen gelten (z. B. ab einem Jahresumsatz von 100.000 € erhält der Kunde 3 % Rückvergütung).
  • Umsatzverfolgung & Rückstellungen: Jedes Mal, wenn im Modul SD eine Rechnung an diesen Kunden geschrieben wird, prüft das System automatisch, ob die Rechnung „bonusrelevant“ ist. Parallel dazu bucht das SAP-System vollautomatisch Rückstellungen (Accruals) in die Finanzbuchhaltung. So hat das Unternehmen jederzeit im Blick, wie hoch die finanzielle Verpflichtung gegenüber dem Kunden voraussichtlich sein wird.
  • Abrechnung (Settlement): Ist der vereinbarte Zeitraum (z. B. das Kalenderjahr) abgelaufen, führt das System eine Endabrechnung durch. Dabei wird der exakte Bonusbetrag ermittelt und es wird automatisch eine Gutschrift für den Kunden erstellt.

Welche Nachteile hatte der SAP SD-Bonus im Vergleich zum SAP CCM?

Schlechtere Performance: Der klassische SD-Bonus nutzte separate, eigene Indextabellen, um Umsätze und Bonuswerte fortzuschreiben während SAP CCM moderne CDS-Views nutzt und Daten direkt auf Anfrage ermittelt

Fehlende Transparenz: Im alten SD-System waren Bonusvereinbarungen oft unübersichtlich auf verschiedenen Konditionstabellen erfasst und weniger dynamisch als im SAP CCM.

Vereinfachte Pflege: CCM bietet deutlich flexiblere Einstellmöglichkeiten (z. B. für die Umsatzbasis mit Inklusions-/Exklusionslogiken) und erlaubt es, auch vertragliche Details für Einkauf und Vertrieb einheitlich zu pflegen. Zudem bündelt das SAP CCM alle Verträge zentral in Konditionskontrakten (Condition Contract) mit moderner Benutzeroberfläche und Fiori-Apps

Keine Weiterentwicklung / Abkündigung: Der klassische MM-Bonus wurde von SAP im Rahmen des Release von SAP S/4HANA abgekündigt. Es wurde vollständig durch CCM ersetzt werden.

 

 

Wie kann gicom bei Umstieg vom SAP SD-Bonus zu SAP CCM zusätzlich unterstützen?

gicom ist einer der führenden SAP-Partner für die Migration vom SD-Bonus auf SAP CCM / Settlement Management. Ergänzend zum SAP-Standard bietet gicom zertifizierte Erweiterungsmodule (SAP Solution Extensions), die den Migrationsprozess und den laufenden Betrieb absichern:

  • Agreement Documentation (AD) – Digitale Dokumentation und revisionssichere Verwaltung aller Kundenvereinbarungen nach der Migration – direkt im SAP-System.
  • Smart Agreement Manager (SAM) – Cloud-basierte Variante der Agreement Documentation auf SAP BTP – für Unternehmen, die ihre Vereinbarungsverwaltung in die Cloud verlagern möchten.
  • Agreement Negotiation Workbench (ANW) – Simulation und Planung von Bonusszenarien vor Vertragsabschluss – für bessere Verhandlungspositionen mit Kunden.

Die Module lassen sich flexibel kombinieren: Unternehmen können mit reiner SAP CCM-Beratung starten und gicom-Module schrittweise ergänzen.