SAP LO-AB

SAP LO-AB (Logistics – Agency Business) ist die klassische SAP-ERP-Komponente zur Abbildung von Zentralregulierung, sowie Fakturierungsprozessen zwischen Dritten. Sie bündelt Vertriebs-, Einkaufs- und Finanzprozesse in einem durchgängigen Abrechnungsablauf. Es kommt vor allem im Handel, bei Genossenschaften und Handelsverbünden zum Einsatz.

Was ist SAP LO-AB?

SAP LO-AB (Logistics – Agency Business), im Deutschen als Agenturgeschäft“ bezeichnet, ist eine Komponente des SAP Settlement Management, die Prozesse rund um Zentralregulierung und -fakturierung umfasst. Sie richtet sich vor allem an Unternehmen, die als Vermittler, Zentralregulierer oder Einkaufskooperation Geschäfte zwischen Dritten abwickeln – etwa Handelsverbünde oder Genossenschaften. 

 

 

Welche Möglichkeiten bietet SAP LO-AB?

1. Zentralregulierung und Vermittlungsgeschäfte

  • Dreiecksgeschäfte: Ein Unternehmen agiert als zentraler Mittler zwischen Lieferanten und Kunden (z. B. in Handelskooperationen oder Einkaufsgemeinschaften).
  • Zahlungsstrom-Steuerung: Das Modul übernimmt die komplette Abwicklung von Forderungen und Verbindlichkeiten, bündelt Rechnungen und steuert das finanzielle Risiko.

2. Flexible Beleg- und Rechnungserfassung

  • Unabhängigkeit von Vorgängerbelegen: Im Gegensatz zu klassischen Modulen (wie MM oder SD) können Belege im LO-AB auch komplett ohne direkte Vorgänger (wie eine vorherige Bestellung oder einen Kundenauftrag) erfasst werden.
  • Vielseitige Belegarten: Erstellung von Eingangsrechnungen, Kundenabrechnungen, Lieferantenfakturen, Gut- und Lastschriften sowie Regulierungsanforderungslisten.

3. Systemintegration und Automatisierung

  • Schnittstellenfunktion: Enger Datenaustausch mit den klassischen SAP-Modulen wie Materialwirtschaft (MM), Vertrieb (SD) und Finanzwesen (FI).
  • Direkte FI-Übergabe: Alle abrechnungsrelevanten Daten werden automatisiert, fehlerfrei und revisionssicher an die Finanzbuchhaltung übergeben.
  • Workflows: Integrierte Freigabeprozesse und Prüfmechanismen (z. B. bei Preisabweichungen oder Reklamationen) über SAP Business Workflows oder Fiori-Apps.

Was ist der Unterschied zwischen SAP LO-AB und SAP CCM?

Der Fokus des LO-AB liegt auf der Vermittlung und Zentralregulierung. Das LO-AB kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn ein Unternehmen als Zwischenhändler oder Vermittler (z. B. in Handelskooperationen, Genossenschaften oder Plattformen) agiert. Das Unternehmen kauft die Ware oft gar nicht selbst, sondern wickelt den Zahlungsverkehr und die Rechnungsstellung zwischen Lieferanten und Kunden ab (Dreiecksgeschäfte).

SAP CCM hingegen dient der Verwaltung und Abrechnung von nachträglichen Vergütungen (Boni, Provisionen, Lizenzen, Staffeln und Promotionen) sowohl im Einkauf als auch im Vertrieb.