SAP Konditionskontrakt

Der Konditionskontrakt ist ein zentrales Element im SAP Settlement Management und doch kennen Ihn vergleichbar Wenige. Erfahre, wie ein Konditionskontrakt aufgebaut ist, wofür er zum Einsatz kommt und wie Abrechnungen entstehen.

Was ist ein Konditionskontrakt im SAP Umfeld?

Ein Konditionskontrakt (englisch Condition Contract) ist ein zentraler Beleg in innerhalb des SAP Abrechnungsmangements / Settlement Management. In einem Konditionskontrakt werden hauptsächlich alle Vereinbarungen erfasst, die nachgelagert mit Kunden, Lieferanten oder Dritten abgerechnet werden.

 

Wo finden Konditionskontrakte Verwendung?

Konditionskontrakte werden vor allem für Vereinbarungen eingesetzt, die nicht direkt auf Belegebene (wie eine einzelne Rechnung) wirken, sondern über einen längeren Zeitraum laufen oder an bestimmte Bedingungen geknüpft sind. Typische Anwendungsfälle sind:

  • Einkaufsboni: Rückvergütungen von Lieferanten basierend auf dem jährlichen Einkaufsvolumen oder erreichten Umsatzschwellen.
  • Kundenboni (Vertrieb): Rabatte und Staffelvergütungen für Kunden, die am Jahresende ausgezahlt oder gutgeschrieben werden.
  • Provisionen: Vergütungen für Vertriebspartner oder Vermittler.
  • Lizenzabrechnung: Abrechnung von Lizenzgebühren
  • Sonderaktionen & Promotions: Zeitlich begrenzte Preisnachlässe, Werbekostenzuschüsse oder Fonds.

 

Wie ist der Konditionskontrakt aufgebaut?

Ein Konditionskontrakt gliedert sich in der Regel in verschiedene Bereiche, um alle relevanten vertraglichen Details abzubilden:

  • Kopfdaten: Enthält grundlegende Metadaten wie den Vertragspartner (Lieferant oder Kunde), den Gültigkeitszeitraum (Start- und Enddatum), die Organisationseinheiten (Einkaufsorganisation oder Vertriebsbereich), Währung und Zahlungsbedingungen.
  • Umsatzbasis / Umsatzselektionskriterien: Legt fest, welche Belege (z. B. Fakturen, Wareneingänge) zur Ermittlung des relevanten Geschäftsvolumens herangezogen werden.
  • Abrechnungskalender: Definiert die Abrechnungszyklen zu denen Proformaabrechnungen, Teil- oder Endabrechnungen, Delta-Rückstellungen oder Delta-Abrechnungen laufen.
  • Abrechnungsdaten: Definiert die Abrechnungsart (kreditorisch, debitorisch / Proforma / nicht automatisch) sowie unterschiedliche Bezugsstufen der Abrechnung entlang des Einkaufs- bzw. Verkaufskalkulationsschemas.
  • Konditionselemente / Staffelvereinbarungen: Hier werden die konkreten Konditionssätze erfasst, z.B. prozentuale oder mengenbasierte Konditionen, feste Beträge oder gestaffelte Vereinbarungen.

 

Was passiert nach der Anlage eines Konditionskontraktes?

Der Konditionskontrakt beinhaltet alle wesentlichen Stammdaten, um die beiden wesentlichen Prozessschritte von nachgelagerten Vergütungen zu bedienen:

  • Bildung von Rückstellungen (Accruals)

Während der Laufzeit eines Kontrakts können parallel zu den Teil- und Endabrechnungsbuchungen automatische Rückstellungen gebildet werden. Diese können per Delta-Lauf ermittelt werden oder über die Beschaffungs- bzw. Vertriebsprozesse mit jedem Wareneingang bzw. jeder Faktura. Somit wird mittels des Konditionskontraktes sichergestellt, dass das Unternehmen finanzielle Forderungen oder Verbindlichkeiten periodengerecht in der Buchhaltung abbildet, noch bevor die endgültige Abrechnung stattfindet.

  • Nachträgliche Abrechnung (Settlement)

Am Ende eines Abrechnungszeitraums (z. B. monatlich, quartalsweise oder jährlich) wird der Abrechnungslauf automatisch nach zuvor definierten Kriterien angestoßen. Dabei werden die tatsächlichen Umsätze für den Abrechnungslauf ermittelt, kalkuliert und verbucht. Zuvor gebildete Rückstellungen werden aufgelöst und Abrechnungsbelege (nachträgliche Gutschriften oder Rechnungskorrekturen) erzeugt.