Arten von Sets

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Der Handel ist vielschichtig, vor allem, wenn es um die Artikel geht, die vertrieben werden sollen. Das beste Beispiel ist vermutlich ein handelsübliches Getränk wie eine Cola-, oder eine Wasserflasche. Denn hierbei handelt es sich nicht um einen Einzelartikel, sondern um ein bestimmtes Verkaufsset, das wir uns gleich anschauen.

In SAP gibt es verschiedene Arten von Verkaufssets, die unterschiedliche Funktionen haben. Manche sollen den Verkauf vereinfachen, zusätzliche Angebote schaffen oder einfach den Aufwand reduzieren.

Arten von Verkaufssets

In SAP gibt es drei wichtige Verkaufssets, die fast überall zum Einsatz kommen:

Prepacks/Lots

Ein Prepack ist, wie der Name vermuten lässt, eine vorabgepackte Kombination aus mehreren Einzelartikeln. Es wird vor allem im Fashion-Bereich verwendet, um Sammelartikel in unterschiedlichen Ausprägungen zu vertreiben. Ein gutes Beispiel wären hierbei T-Shirts. Die Hersteller können in der Regel sehr gut abschätzen, wie oft bestimmte Größen verkauft werden und packen daher mehr von den verkaufsstarken und weniger von den verkaufsarmen Größen in ein Prepack. Dies betrifft dann nur den B2B Handel bzw. den Einkauf. Im Verkauf gibt es diese Prepacks auch, in dem Fall spricht man dann von Lots. Diese sind weitaus kleiner und dann logischerweise auf einen einzelnen Endkunden stat auf eine breite Masse ausgerichtet. Das bedeutet das alle Einzelartikel in derselben Größe im Lot sind. Typische Beispiele wären hier Unterwäsche oder auch T-Shirts, die in unterschiedlichen Farben angeboten werden.

Displays

Ein Display ist ein strukturierter Artikel, der aus einem oder mehreren Einzelartikeln bestehen kann. Er wird als eine, in der Filiale allein stehende, Verkaufseinheit vertrieben und isst in der regel standardisiert. Entweder wird damit eine größere Produktpalette (Zb. Bei Schokoladentafeln) vertrieben oder es wird ein oder mehreren (evtl. auch neue) Aktionsartikel beworben.

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Bildquelle: Mondelēz Deutschland Services GmbH & Co. KG

Spannend wird es bei Displays, wenn es um die Bestandseinbuchung beim Wareneingang in die Filiale geht: Im Einkauf wird das Display als ein strukturierter Artikel eingekauft und transportiert. In der Filiale angekommen, wird das Display (zumindest in SAP) aufgelöst und die Einzelartikel in den Bestand der Filiale eingebucht.
So lässt sich später genau ermitteln, welcher Artikel wie oft verkauft wurde und daraus auch ableiten, ob bestimmte, bisher noch nicht im dauerhaft Sortiment befindliche Artikel, mit in das Standardsortiment aufgenommen werden sollten.

Pfandstücklisten

Die Pfandstückliste ist ein Strukturierter Artikel, bei dem ein (oder mehrere) Getränk(e) mit einem zugehörigen Pfand-Artikel kombiniert werden. Das betrifft in Deutschland fast alle Getränke, die nicht im Tetra Pak oder einer Glasflasche gehandelt werden. Typische Beispiele sind hier:

  • Mehrweg-Getränkekisten (z. B. Cola-, Wasser- oder Bierkisten)
  • Getränkedosen (z. B. Energy-Drinks bzw. Softdrinks)
  • Mehrweg-Getränkeflaschen (z. B. einzelne Cola-, Wasser- oder Bierflaschen)
  • PET-Mehrwegflaschen (z. B. für Limonaden oder Wasser)

Hintergrund und Herausforderungen

Die Pfandstückliste ist notwendig, um die Komplexität von bepfandeten Artikeln in Handels- und Logistikprozessen abzubilden. Dabei müssen folgende Aspekte sichergestellt werden:

Verknüpfung von Pfand und Artikel

Das Pfand muss durch alle Handelsprozesse (Einkauf, Logistik, Verkauf, Abschreibung, Rabattierung) untrennbar mit dem Artikel verbunden bleiben. Nur so kann sichergestellt werden, dass der korrekte Pfandbetrag bei jedem Schritt (z. B. Verkauf, Rückgabe) berücksichtigt wird.

Trennung bei Leergutrückgabe

Im Falle einer Leergutrückgabe (z. B. durch den Endkunden oder Händler) muss das Pfand getrennt vom Getränk behandelt werden können. Das bedeutet:

  • Der Kunde erhält den Pfandbetrag zurück.
  • Der Artikel (z. B. die leere Flasche oder Kiste) wird als Leergut erfasst und kann wiederverwendet oder recycelt werden.

Buchhalterische Abbildung

Pfandbeträge sind finanzielle Forderungen oder Verbindlichkeiten und müssen in der Buchhaltung korrekt abgebildet werden. Die Pfandstückliste hilft dabei, den Überblick über offene Pfandposten zu behalten.

Rechtliche und ökologische Anforderungen

In Deutschland ist das Pfandsystem für bestimmte Verpackungen gesetzlich vorgeschrieben (z. B. durch die Verpackungsverordnung). Die Pfandstückliste unterstützt Unternehmen dabei, diese Anforderungen einzuhalten und nachzuweisen.

 

Verkaufssets

Das Verkaufsset ist ein in SAP frei definierbarer strukturierter Artikel. Es kombiniert mindestens zwei, manchmal aber auch mehrere (i.d.R. auch verkäufliche) Einzelartikel und bündelt diese in einem Set, das meistens auch zu einem günstigeren preis verkauft wird, als die darin enthaltenen Einzelartikel in der Summe kosten würden. Häufig werden diese bei Kosmetiksets (z. B. Peeling + Duschgel + Lotion einer Marke) genutzt. Aber auch im IT-Bereich gibt es oft Sets zu verkaufen (z.B. Laptop + Maus + Tasche oder auch komplette vorkonfigurierte PC-Systeme mit Hardware und Betriebssystem).

Die Sets werden hierbei üblicherweise neben einer eigenen Artikelnummer auch mit einer eigenen GTIN versehen. So müssen die Einzelartikel des Sets nicht an der Kasse einzeln gescannt werden. Sets werden oft erstellt, um Artikel die sich gut ergänzen möglichst zusammen zu verkaufen und so die Umsätze zu steigern.

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Bildquelle: Kraftpc – AMD Komplett-Set Ryzen7 5700X mit RTX5060 8GB | SW10012

 

Fazit

Verkaufssets sind im modernen Einzelhandel ein unverzichtbares Werkzeug, um Verkaufsprozesse zu optimieren, Kundenbedürfnisse gezielt anzusprechen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Ob als Standard-Verkaufsset, Display oder Lot – die verschiedenen Formen von Sets bieten Händlern und Herstellern flexible Möglichkeiten, Produkte gebündelt anzubieten und gleichzeitig die Logistik sowie das Marketing zu vereinfachen.