Tools zur Datenverteilung

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In modernen SAP-Systemlandschaften ist der zuverlässige Austausch und die Verteilung von Daten eine zentrale Voraussetzung für durchgängige Geschäftsprozesse. Der Datenaustausch kann sowohl manuell als auch automatisiert erfolgen und umfasst die Kommunikation zwischen SAP- sowie Non-SAP-Systemen. Hierfür stehen verschiedene Technologien, Schnittstellen und Middleware-Lösungen zur Verfügung, die sich hinsichtlich Funktionsumfang, Integrationsgrad und Zukunftssicherheit unterscheiden. Während klassische Verfahren wie Excel, RFC, ALE und IDoc seit vielen Jahren etabliert sind, gewinnen moderne Integrationsansätze auf Basis von APIs, dem Data Replication Framework (DRF) und der SAP Integration Suite (CPI) zunehmend an Bedeutung. Die folgenden Abschnitte geben einen Überblick über die wichtigsten Technologien und deren Einsatzgebiete.

Basis / Middleware für Datenverteilung

RFC (Remote Function Call)

ist die von SAP entwickelte Standardtechnologie zur Kommunikation zwischen SAP- und Non-SAP-Systemen. Sie ermöglicht es, Funktionen oder Funktionsbausteine in einem entfernten System aufzurufen und Daten zwischen verschiedenen Anwendungen auszutauschen. Dabei werden Informationen vom aufrufenden System an das Zielsystem übertragen, dort verarbeitet und bei Bedarf das Ergebnis zurückgesendet. RFC stellt somit die Grundlage für die Integration und Zusammenarbeit unterschiedlicher Systeme innerhalb einer SAP-Landschaft dar.

Arten von RFC

Die einfachste Form ist der synchrone RFC (sRFC). Bei dieser Variante wartet das aufrufende System so lange, bis die Verarbeitung im Zielsystem abgeschlossen ist und eine Antwort zurückgegeben wird. Beide Systeme müssen daher während des gesamten Kommunikationsvorgangs verfügbar sein. Synchroner RFC eignet sich insbesondere für Echtzeitprozesse, bei denen ein sofortiges Ergebnis benötigt wird.

Eine weitere Variante ist der asynchrone RFC (aRFC). Hier wird die Kontrolle unmittelbar nach dem Aufruf an das aufrufende Programm zurückgegeben, sodass dessen Verarbeitung zunächst fortgesetzt werden kann. Die Daten werden direkt an das Zielsystem gesendet, das jedoch zum Zeitpunkt des Aufrufs verfügbar sein muss. aRFC eignet sich vor allem für parallele Verarbeitungen und Szenarien, in denen mehrere Prozesse gleichzeitig ausgeführt werden sollen.

Der transaktionale RFC (tRFC) stellt eine echte asynchrone Kommunikationsform dar. Im Gegensatz zu sRFC und aRFC muss das Zielsystem nicht verfügbar sein, wenn der Aufruf erfolgt. Die Daten und Funktionsaufrufe werden zunächst mit einer eindeutigen Transaktions-ID in der Datenbank gespeichert und später übertragen. Dadurch wird sichergestellt, dass eine Funktion genau einmal ausgeführt wird. tRFC wird häufig verwendet, um sogenannte Logical Units of Work (LUW) zu übertragen, bei denen mehrere Verarbeitungsschritte gemeinsam ausgeführt oder gemeinsam zurückgerollt werden. Allerdings kann tRFC die Reihenfolge mehrerer Transaktionen nicht garantieren.

Um dieses Problem zu lösen, wurde der Queue RFC (qRFC) entwickelt. Er erweitert den tRFC um Warteschlangenmechanismen, die eine festgelegte Reihenfolge der Verarbeitung sicherstellen. Transaktionen werden erst dann verarbeitet, wenn ihre Vorgänger erfolgreich abgeschlossen wurden. qRFC wird daher eingesetzt, wenn die Reihenfolge der Datenverarbeitung für einen Geschäftsprozess entscheidend ist.

Als moderne Weiterentwicklung von tRFC und qRFC gilt der Background RFC (bgRFC). Diese RFC-Variante bietet eine höhere Performance, bessere Skalierbarkeit und zusätzliche Funktionen. Aus diesem Grund empfiehlt SAP heute den Einsatz von bgRFC anstelle von tRFC und qRFC, sofern dies möglich ist.

Ein Sonderfall ist die Local Data Queue (LDQ). Hier werden Daten nicht aktiv an ein anderes System gesendet, sondern lokal gespeichert. Externe Anwendungen, beispielsweise mobile Geräte, können diese Informationen anschließend nach dem Pull-Prinzip abrufen. Die LDQ gehört ebenfalls zu den asynchronen RFC-Verfahren.

Zusammenfassung und Vorteile:

Zusammenfassend ist RFC die zentrale Kommunikationstechnologie von SAP für den Datenaustausch zwischen verschiedenen Systemen. Sie unterstützt sowohl synchrone als auch asynchrone Kommunikationsformen und ermöglicht eine zuverlässige Integration von SAP- und Fremdsystemen. Zu den wichtigsten Vorteilen zählen die schnelle und direkte Datenübertragung, die Unterstützung von Echtzeitprozessen, die hohe Zuverlässigkeit sowie die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in Integrations- und Automatisierungsszenarien.

RFC wird vor allem innerhalb von SAP-Systemlandschaften eingesetzt, beispielsweise für den Datenaustausch zwischen SAP ERP, SAP S/4HANA, SAP BW oder anderen verbundenen Anwendungen. Darüber hinaus kann RFC genutzt werden, um SAP-Systeme mit externen Anwendungen und Fremdsystemen zu integrieren.

Vorteile von RFC:

  • Direkter und schneller Datenaustausch zwischen Systemen
  • Echtzeit-Kommunikation möglich
  • Unterstützung synchroner und asynchroner Prozesse
  • Standardisierte SAP-Technologie mit hoher Zuverlässigkeit
  • Breite Einsatzmöglichkeiten in Integrationsszenarien

EDI (Electronic Data Interchange)

ist ein Verfahren zum elektronischen und standardisierten Austausch von Geschäftsdokumenten zwischen Unternehmen. Dazu gehören beispielsweise Bestellungen, Rechnungen, Lieferavise oder Auftragsbestätigungen. Ziel von EDI ist es, Geschäftsprozesse zu automatisieren, den manuellen Erfassungsaufwand zu reduzieren und die Kommunikation zwischen Geschäftspartnern schneller, sicherer und fehlerärmer zu gestalten.

Die Ursprünge von EDI reichen bis in die 1960er Jahre zurück. Besonders in der Automobilindustrie wurde die Technologie eingesetzt, um die Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Zulieferern zu vereinfachen. Durch standardisierte Datenformate konnten Dokumente direkt zwischen den IT-Systemen der beteiligten Unternehmen ausgetauscht werden, ohne dass eine manuelle Bearbeitung erforderlich war. Mit der Verbreitung des Internets gewann EDI in den 1990er Jahren weiter an Bedeutung und entwickelte sich zum Standard für die elektronische B2B-Kommunikation.

Der grundlegende Ablauf eines EDI-Prozesses besteht darin, dass ein Geschäftsdokument erstellt und anschließend durch eine EDI-Software in ein standardisiertes Format, beispielsweise EDIFACT, übersetzt wird. Danach wird das Dokument elektronisch an den Geschäftspartner übertragen. Das empfangende System prüft die Nachricht, wandelt sie wieder in ein internes Format um und verarbeitet die Daten automatisch in den angebundenen Systemen, beispielsweise im ERP-System.

In SAP-Umgebungen werden die Daten häufig mithilfe von IDocs (Intermediate Documents) erzeugt und verarbeitet. Diese werden in ein EDI-Format umgewandelt und anschließend an Kunden, Lieferanten oder andere Geschäftspartner übermittelt. Dadurch lassen sich Geschäftsprozesse wie Bestellabwicklung, Rechnungsstellung oder Lieferkommunikation weitgehend automatisieren.

Trotz seiner langjährigen Bedeutung stößt EDI heute zunehmend an Grenzen. Die klassischen bilateralen Verbindungen zwischen einzelnen Unternehmen sind oft aufwendig in Einrichtung und Wartung, wenig flexibel und bieten nur begrenzte Transparenz. Zudem fehlt die Möglichkeit, Daten in Echtzeit zu prüfen, zu analysieren oder gemeinsam zu bearbeiten. Moderne cloudbasierte Geschäftsnetzwerke wie das SAP Business Network gehen daher über die reine Dokumentenübertragung hinaus und ermöglichen eine vernetzte Zusammenarbeit, automatisierte Prüfungen sowie KI-gestützte Prozesse entlang der gesamten Lieferkette.

Dennoch wird EDI weiterhin von vielen Unternehmen genutzt, insbesondere von großen Konzernen, die über Jahre in diese Technologie investiert haben. Moderne Plattformen unterstützen deshalb häufig weiterhin EDI, um die Kompatibilität mit bestehenden Geschäftspartnern sicherzustellen.

SAP PI/PO (Process Integration / Process Orchestration)

ist eine Middleware-Lösung von SAP, die zur Integration und Kommunikation zwischen verschiedenen Systemen dient. Sie verbindet SAP- und Non-SAP-Anwendungen miteinander und ermöglicht den automatisierten Austausch von Daten und Nachrichten zwischen den beteiligten Systemen.

Dabei übernimmt SAP PI/PO die zentrale Steuerung der Schnittstellen, wandelt Datenformate bei Bedarf um (Mapping und Transformation) und leitet die Informationen an die jeweiligen Zielsysteme weiter. Dadurch können unterschiedliche Anwendungen, Datenbanken oder Cloud-Dienste miteinander kommunizieren, auch wenn sie verschiedene Technologien oder Datenformate verwenden.

Neben der reinen Datenübertragung bietet SAP PI/PO Funktionen zur Überwachung (Monitoring), Fehlerbehandlung sowie zur Orchestrierung von Geschäftsprozessen. Unternehmen können damit komplexe, systemübergreifende Abläufe automatisieren und ihre Prozesslandschaft transparenter gestalten

Über viele Jahre war SAP PI/PO ein wichtiger Bestandteil der Unternehmens-IT, um komplexe Systemlandschaften zuverlässig miteinander zu verbinden. Mit der zunehmenden Digitalisierung, der Verlagerung von Anwendungen in die Cloud und dem Trend zu hybriden Architekturen steigen jedoch die Anforderungen an moderne Integrationslösungen. Unternehmen benötigen heute mehr Flexibilität, Skalierbarkeit und Unterstützung für API-basierte Integrationsszenarien.

SAP hat daher angekündigt, den regulären Support für SAP PI/PO Ende 2027 einzustellen. Eine kostenpflichtige verlängerte Wartung wird noch bis 2030 angeboten. Aus diesem Grund sollten Unternehmen frühzeitig ihre Integrationsstrategie überprüfen und die Migration auf eine moderne Plattform planen.

Als Nachfolger empfiehlt SAP die SAP Integration Suite, die Teil der SAP Business Technology Platform (SAP BTP) ist. Diese cloudbasierte Integrationslösung bietet erweiterte Funktionen für die Vernetzung von SAP-, Cloud- und Non-SAP-Anwendungen und unterstützt moderne Integrationsanforderungen. Sie ermöglicht eine flexible, skalierbare und zukunftssichere Integration von Geschäftsprozessen und Systemen.

SAP Cloud Integration (ehemals SAP CPI – Cloud Platform Integration)

ist die cloudbasierte Integrationsplattform der SAP Integration Suite auf der SAP Business Technology Platform (BTP). Sie ermöglicht die nahtlose Verbindung von SAP- und Non-SAP-Systemen sowie von Cloud- und On-Premise-Anwendungen.

Die Lösung dient als zentrale Middleware für den Austausch von Nachrichten und Daten zwischen verschiedenen Anwendungen, Unternehmen und Geschäftsbereichen. Dabei verarbeitet, transformiert und verteilt sie Informationen in Echtzeit und unterstützt moderne Integrationsstandards wie APIs, REST, SOAP, OData, IDocs und EDI.

Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

  • Integration von SAP- und Non-SAP-Systemen
  • Verbindung von Cloud- und On-Premise-Anwendungen
  • Datenmapping und Formattransformation
  • Routing und Verarbeitung von Nachrichten
  • Monitoring und Fehleranalyse
  • Sicherheitsfunktionen wie Verschlüsselung und zertifikatsbasierte Kommunikation
  • Vorgefertigte Integrationspakete (Content Packages)

Im Gegensatz zu SAP PI/PO ist keine eigene Middleware-Infrastruktur erforderlich, da SAP Cloud Integration vollständig als Cloud-Service betrieben wird. Dadurch lassen sich Integrationsszenarien schneller implementieren, einfacher skalieren und flexibler an neue Anforderungen anpassen.

Als Kernkomponente der SAP Integration Suite unterstützt SAP Cloud Integration moderne Integrationsansätze wie hybride Systemlandschaften, API-Management, B2B-Integration und ereignisgesteuerte Architekturen. Sie gilt daher als strategische Nachfolgelösung für SAP PI/PO.

ALE (Application Link Enabling)

ist eine SAP-Technologie zur Integration und Kommunikation zwischen verschiedenen SAP-Systemen sowie zwischen SAP- und Nicht-SAP-Systemen. Ziel von ALE ist es, Geschäftsdaten und Prozesse systemübergreifend auszutauschen und dabei eine konsistente Datenhaltung sicherzustellen, ohne dass die beteiligten Systeme auf eine gemeinsame zentrale Datenbank angewiesen sind. Stattdessen erfolgt der Datenaustausch über synchrone oder asynchrone Nachrichtenverarbeitung.

Die zentrale Aufgabe von ALE besteht darin, festzulegen, welche Daten von welchem Sender an welches Empfängersystem übertragen werden. Dies geschieht über ein sogenanntes Verteilungsmodell. Die eigentliche Datenübertragung erfolgt in der Regel über IDocs (Intermediate Documents), die als standardisiertes Nachrichtenformat dienen, sowie über RFC-Verbindungen (Remote Function Calls) als Kommunikationsweg.

ALE kommt in zahlreichen Szenarien zum Einsatz. Typische Anwendungsfälle sind die Verteilung von Stammdaten wie Material-, Kunden- oder Lieferantendaten, der Austausch von Bewegungsdaten zwischen verschiedenen SAP-Systemen, die Integration von Warehouse-Management-Systemen (WMS) sowie die Anbindung externer Anwendungen und Drittsysteme. Große Unternehmen nutzen ALE häufig, um Daten zwischen mehreren SAP-Landschaften zu synchronisieren und Geschäftsprozesse über Systemgrenzen hinweg abzubilden

Im Bereich Warehouse Management ermöglicht ALE beispielsweise die automatische Kommunikation zwischen SAP und einem Lagerverwaltungssystem. Lagerbewegungen, Wareneingänge oder Warenausgänge können dadurch ohne manuelle Eingriffe in Echtzeit oder nahezu in Echtzeit zwischen den Systemen ausgetauscht werden. Dies erhöht die Transparenz, reduziert Fehlerquellen und verbessert die Effizienz logistischer Prozesse.

Technisch besteht ALE aus drei Schichten. Die Applikationsdienste verarbeiten die fachlichen Geschäftsobjekte und Daten. Die Verteilungsdienste steuern, welche Informationen an welche Zielsysteme übertragen werden. Die Kommunikationsdienste übernehmen schließlich den Transport der Nachrichten zwischen den beteiligten Systemen.

Ein wesentlicher Vorteil von ALE ist die flexible und zuverlässige Datenverteilung. Das System unterstützt Filtermechanismen, Datenumsetzungen, Erweiterungen und Versionskonvertierungen. Zudem können Änderungszeiger (Change Pointer) genutzt werden, um Datenänderungen automatisch zu erkennen und daraus IDocs für die Verteilung zu erzeugen. Umfangreiche Überwachungs- und Monitoring-Funktionen erleichtern die Fehleranalyse und Nachbearbeitung im laufenden Betrieb.

Obwohl ALE nach wie vor in vielen SAP-Systemlandschaften eingesetzt wird, gilt es heute als klassische Integrationstechnologie. Moderne Integrationsszenarien, insbesondere im Cloud-Umfeld, werden zunehmend über APIs, das Data Replication Framework (DRF) oder die SAP Integration Suite (ehemals SAP CPI) realisiert. Dennoch bildet ALE weiterhin eine wichtige Grundlage für die Kommunikation in vielen bestehenden SAP-Systemen.

SOAP (Simple Object Access Protocol)

ist ein standardisiertes, XML-basiertes Protokoll für den Austausch von Daten über Webservices. Im SAP-Umfeld wird SOAP häufig im Rahmen einer serviceorientierten Architektur (SOA) eingesetzt, um Geschäftsprozesse und Funktionen systemübergreifend als Services bereitzustellen. Dadurch können SAP- und Nicht-SAP-Systeme auf standardisierte Weise miteinander kommunizieren.

Die Kommunikation erfolgt nach dem Client-Server-Prinzip: Ein aufrufendes System sendet eine Anfrage als SOAP-Nachricht an einen Webservice, der die Anfrage verarbeitet und bei Bedarf eine Antwort zurückliefert. Die Daten werden dabei in XML übertragen und meist über HTTP oder HTTPS transportiert. SOAP ermöglicht dadurch eine plattformunabhängige, sichere und zuverlässige Echtzeitkommunikation zwischen verschiedenen Anwendungen und Systemen.

Eine SOAP-Nachricht besitzt einen klar definierten Aufbau. Sie besteht aus einem Envelope, der die Nachricht umschließt, einem optionalen Header für Zusatzinformationen wie Authentifizierung oder Sicherheit, dem Body mit den eigentlichen Geschäftsdaten sowie einem Fault-Bereich für Fehlermeldungen. Durch diese standardisierte Struktur können Systeme Nachrichten eindeutig interpretieren und verarbeiten.

Ein wichtiger Bestandteil von SOAP-Webservices ist die WSDL (Web Services Description Language). Dabei handelt es sich um eine XML-basierte Servicebeschreibung, die alle verfügbaren Funktionen, Parameter, Datentypen und Endpunkte eines Webservices definiert. Systeme können anhand der WSDL automatisch erkennen, wie der Service verwendet werden muss und welche Daten übertragen werden dürfen.

In SAP werden SOAP-Webservices häufig eingesetzt, um Geschäftsdaten mit externen Anwendungen auszutauschen, SAP-Funktionen für andere Systeme bereitzustellen oder Echtzeitintegrationen umzusetzen. Die Konfiguration erfolgt typischerweise über den SOAMANAGER, während die Schnittstellenbeschreibung als WSDL-Datei bereitgestellt wird. Dadurch lassen sich SAP-Systeme einfach mit Cloud-Anwendungen, Partnerlösungen oder anderen Unternehmenssystemen verbinden.

Zu den größten Vorteilen von SOAP zählen die standardisierte Schnittstellenbeschreibung, hohe Interoperabilität, umfangreiche Sicherheitsmechanismen wie WS-Security sowie die Eignung für geschäftskritische Unternehmensprozesse. Nachteile sind der höhere technische Aufwand, größere Nachrichtenvolumen durch XML und eine höhere Komplexität im Vergleich zu modernen REST-APIs.

Benutzervalidierung

Mit dieser API können Anwendungen die Existenz von Prinzipalen anhand bestimmter Attribute überprüfen. Ein Prinzipal ist ein Objekt der Benutzerverwaltung, beispielsweise ein Benutzer, eine Gruppe oder eine Rolle. Die Antwort enthält JSON-Darstellungen der gefundenen Objekte sowie eine Liste von Suchbegriffen, für die kein entsprechendes Objekt gefunden wurde.

Im SAP Document Center wird diese API im Kontext des Shared-Documents-Repositorys verwendet, beispielsweise beim Hinzufügen von Mitgliedern zu einer Freigabe (Share). Wildcards werden nicht unterstützt, da diese API ausschließlich für die Validierung und nicht für die Suche vorgesehen ist.

REST-APIs (Representational State Transfer)

ist ein Architekturstil für die Entwicklung von Webservices und Programmierschnittstellen (APIs). REST-APIs ermöglichen den standardisierten Datenaustausch zwischen Anwendungen über das HTTP-Protokoll und werden heute häufig als moderne Alternative zu SOAP-Webservices eingesetzt.

Bei einer REST-API greift ein Client auf Ressourcen zu, die über eindeutige URLs erreichbar sind. Ressourcen können beispielsweise Kunden, Materialien, Bestellungen oder Lieferungen sein. Der Zugriff erfolgt über standardisierte HTTP-Methoden:

  • GET: Daten lesen
  • POST: Neue Daten anlegen
  • PUT / PATCH: Vorhandene Daten ändern
  • DELETE: Daten löschen

Im Gegensatz zu SOAP verwendet REST keinen festen Nachrichtenaufbau und keine XML-Pflicht. Die Daten werden meist im JSON-Format übertragen, wodurch die Nachrichten kleiner, einfacher lesbar und performanter sind.

Im SAP-Umfeld werden REST-APIs zunehmend für die Integration von SAP-Systemen mit Cloud-Anwendungen, mobilen Apps, Partnerplattformen oder anderen Unternehmenssystemen eingesetzt. Insbesondere in SAP S/4HANA, der SAP Business Technology Platform (BTP) und modernen Cloud-Lösungen sind REST-basierte Schnittstellen weit verbreitet.

Vorteile von REST

  • Einfache Implementierung und Nutzung
  • Geringerer Nachrichtenumfang durch JSON
  • Hohe Performance
  • Plattform- und sprachunabhängig
  • Sehr gut für Cloud- und Mobile-Anwendungen geeignet
  • Weit verbreiteter Industriestandard

Nachteile von REST

  • Weniger standardisierte Sicherheits- und Transaktionsmechanismen als SOAP
  • Schnittstellen müssen oft individuell dokumentiert werden
  • Für sehr komplexe Unternehmensprozesse teilweise weniger geeignet als SOAP

Unterschied zwischen SOAP und REST

SOAP REST
Protokoll Architekturstil
Nutzt hauptsächlich XML Nutzt meist JSON
Fester Nachrichtenaufbau Flexibler Aufbau
Höherer Sicherheits- und Standardisierungsgrad Einfacher und leichtergewichtig
Häufig in klassischen Enterprise-Systemen Häufig in Cloud- und Web-Anwendungen
Komplexer Einfacher und schneller

Einsatz in SAP

Während früher viele Integrationen über ALE/IDoc oder SOAP-Webservices umgesetzt wurden, setzen moderne SAP-Lösungen zunehmend auf REST-APIs und OData-Services. Dadurch können Anwendungen Daten in Echtzeit abrufen und bearbeiten, ohne die Komplexität klassischer SOAP-Schnittstellen.

Arten von Datenverteilung

Manuelle Datenverteilung

Datenverteilung mittels Excel

Die Datenverteilung per Excel ist eine einfache und weit verbreitete Methode, um Daten zwischen SAP-Systemen oder zwischen SAP und externen Anwendungen auszutauschen. Dabei werden Daten aus SAP exportiert, in Excel bearbeitet oder geprüft und anschließend wieder in ein Zielsystem importiert. Diese Vorgehensweise wird insbesondere für Datenmigrationen, Massenänderungen von Stamm- und Bewegungsdaten, den Datenaustausch mit Fachbereichen sowie für einmalige oder seltene Datenübertragungen genutzt.

Der Ablauf erfolgt typischerweise in drei Schritten: Zunächst werden die Daten aus SAP nach Excel exportiert. Anschließend können die Daten in Excel geprüft, ergänzt oder bearbeitet werden. Danach werden die angepassten Daten wieder in SAP importiert, beispielsweise über Upload-Programme, BAPIs, das Migration Cockpit oder andere Importwerkzeuge.

Der größte Vorteil dieser Methode liegt in ihrer einfachen Handhabung. Anwender können mit dem vertrauten Werkzeug Excel arbeiten, ohne komplexe Schnittstellen oder Integrationslösungen entwickeln zu müssen. Dadurch eignet sich die Datenverteilung per Excel besonders für einmalige Aktionen, Korrekturen oder kleinere Datenmengen.

Allerdings erfolgt der Datenaustausch überwiegend manuell und ist daher fehleranfällig. Zusätzlich fehlen eine automatische Synchronisation, ein zentrales Monitoring sowie eine standardisierte Integration zwischen den beteiligten Systemen. Für regelmäßige, automatisierte oder geschäftskritische Datenaustauschprozesse werden deshalb moderne Integrationstechnologien wie ALE/IDoc, REST-APIs, SOAP-Webservices, SAP Integration Suite (CPI) oder das Data Replication Framework (DRF) eingesetzt.

Automatisierte Datenverteilung

IDoc (Intermediate Document)

ist das standardisierte Nachrichten- und Datenformat von SAP für den elektronischen Austausch von Geschäftsdaten zwischen SAP-Systemen sowie zwischen SAP- und Non-SAP-Systemen. Es fungiert als strukturierter Datencontainer, der Informationen in einem fest definierten Format speichert und über Schnittstellen wie ALE, RFC, EDI oder Middleware-Lösungen an andere Systeme überträgt.

IDocs werden verwendet, um Geschäftsdokumente wie Bestellungen, Lieferungen, Rechnungen sowie Kunden-, Lieferanten- und Materialstammdaten automatisiert auszutauschen. Sie unterstützen sowohl die ausgehende Kommunikation (Outbound) als auch die eingehende Kommunikation (Inbound) zwischen verschiedenen Systemen.

Aufbau eines IDocs

Ein IDoc besteht aus drei zentralen Bestandteilen:

  • Kontrollsatz (Control Record): Enthält technische Informationen wie Sender, Empfänger, IDoc-Typ und Übertragungsrichtung.
  • Datensätze (Data Records): Enthalten die eigentlichen Geschäftsdaten, die in hierarchisch aufgebauten Segmenten organisiert sind.
  • Statussätze (Status Records): Dokumentieren den Verarbeitungsstatus und ermöglichen die Überwachung sowie Fehleranalyse.

Vorteile von IDocs

Zu den wichtigsten Vorteilen von IDocs zählen die systemübergreifende Kommunikation, die asynchrone Datenübertragung, die hohe Transparenz durch Statusverwaltung sowie die Möglichkeit, Fehler nachzuverfolgen und Nachrichten erneut zu verarbeiten.

Wichtige Konzepte

Der IDoc-Typ definiert die Struktur eines Geschäftsdokuments. Er legt fest, welche Segmente enthalten sind und wie diese aufgebaut sind.

Zu den bekanntesten Standard-IDoc-Typen gehören:

  • ORDERS – Bestellungen
  • INVOIC – Rechnungen
  • DELVRY – Lieferungen
  • MATMAS – Materialstammdaten
  • DEBMAS – Kundendaten
  • CREMAS – Lieferantendaten

Der Nachrichtentyp beschreibt die fachliche Bedeutung der übertragenen Daten, beispielsweise eine Bestellung oder Rechnung. Ein Nachrichtentyp kann mit einem oder mehreren IDoc-Typen verknüpft sein.

Segmente bilden die Bausteine eines IDocs. Sie definieren die Struktur einzelner Datensätze und können in verschiedenen IDoc-Typen wiederverwendet werden.

Fazit

Ein IDoc ist der zentrale SAP-Standard für den automatisierten Austausch von Geschäftsdaten. Als strukturierter Datencontainer ermöglicht es die sichere, zuverlässige und nachvollziehbare Übertragung von Informationen zwischen unterschiedlichen Systemen und bildet damit eine wichtige Grundlage für Integrations- und EDI-Prozesse in SAP-Landschaften.

SAP SLT (SAP Landscape Transformation Replication Server)

ist eine SAP-Technologie zur nahezu Echtzeit-Replikation und Synchronisation von Daten zwischen SAP- und Non-SAP-Systemen. Sie wird eingesetzt, um Daten aus Quellsystemen kontinuierlich in Zielsysteme wie SAP HANA, SAP BW/4HANA, SAP Datasphere oder andere Datenplattformen zu übertragen.

Dabei übernimmt SAP SLT zunächst den vollständigen Datenbestand einer Tabelle (Initial Load) und überträgt anschließend alle Änderungen wie Einfügungen (Insert), Änderungen (Update) und Löschungen (Delete) automatisch an das Zielsystem (Change Data Capture, CDC). So bleiben Quell- und Zielsystem nahezu in Echtzeit synchron.

SAP SLT fungiert als Vermittlungsschicht zwischen Quell- und Zielsystem und nutzt Datenbank-Trigger sowie Logging-Tabellen, um Änderungen effizient zu erkennen und weiterzugeben. Zusätzlich können Daten während der Replikation gefiltert, transformiert oder angereichert werden.

Zu den wichtigsten Einsatzgebieten gehören:

  • Echtzeit-Reporting und Analytics
  • Datenversorgung von SAP HANA und Data Warehouses
  • Migrationen nach SAP S/4HANA
  • Central Finance-Szenarien
  • Cloud- und Hybrid-Integrationen
  • Synchronisation von Daten zwischen mehreren Systemen

Vorteile von SAP SLT:

  • Nahezu Echtzeit-Datenübertragung
  • Geringe Belastung der Quellsysteme
  • Unterstützung von SAP- und Non-SAP-Systemen
  • Flexible Datenfilterung und -transformation
  • Hohe Datenaktualität für Analysen und Reporting
  • Einfache Integration in bestehende SAP-Landschaften

Abgrenzung zu IDoc und SOAP

Technologie Zweck
IDoc Austausch von Geschäftsdokumenten und Nachrichten
SOAP Kommunikation über Webservices
SAP SLT Echtzeit-Replikation von Datenbanktabellen

Während IDocs und SOAP hauptsächlich für den Austausch von Geschäftsinformationen zwischen Anwendungen genutzt werden, dient SAP SLT der kontinuierlichen Replikation großer Datenmengen zwischen Datenbanken und Systemlandschaften.

DRF (Data Replication Framework)

ist das Standard-Framework in SAP S/4HANA und SAP MDG (Master Data Governance) zur automatisierten Verteilung und Synchronisation von Stamm- und teilweise auch Bewegungsdaten zwischen SAP- und Non-SAP-Systemen. Es dient dazu, zentrale Geschäftsobjekte wie Geschäftspartner, Kunden, Lieferanten, Materialien oder Produktstammdaten konsistent in verschiedenen Systemen bereitzustellen.

Im Gegensatz zu SAP SLT, das Datenbanktabellen in Echtzeit repliziert, konzentriert sich DRF auf die fachliche Replikation von Geschäftsobjekten. Dabei werden die relevanten Daten ausgewählt, bei Bedarf gefiltert und über Technologien wie SOAP, IDoc oder RFC an die Zielsysteme übertragen.

Die Datenübertragung kann auf verschiedene Arten erfolgen:

  • Initialbeladung aller relevanten Daten
  • Änderungsbasierte Replikation über Änderungszeiger
  • Manuelle Replikation einzelner Datensätze
  • Automatische, ereignisgesteuerte Verteilung

Ein wichtiger Bestandteil von DRF ist das Key Mapping Framework, das sicherstellt, dass Objekte in verschiedenen Systemen korrekt zugeordnet werden können, selbst wenn dort unterschiedliche Objekt-IDs verwendet werden.

Zu den wichtigsten Vorteilen von DRF gehören:

  • Standardisierte Datenverteilung in S/4HANA und MDG
  • Unterstützung verschiedener Übertragungstechnologien (SOAP, IDoc, RFC)
  • Flexible Filter- und Selektionsmöglichkeiten
  • Automatische oder manuelle Ausführung
  • Integriertes Monitoring und Fehlerüberwachung
  • Hohe Erweiterbarkeit
  • Sicherstellung einer konsistenten Datenqualität über mehrere Systeme hinweg

Ein besonderer Vorteil ist die hohe Erweiterbarkeit, das integrierte Monitoring der Schnittstellen sowie die Möglichkeit, Daten nur dann zu verteilen, wenn die Konfiguration im Zielsystem korrekt ist.

Weitere Vorteile:

  • Standardisierte Datenverteilung in S/4HANA und MDG
  • Unterstützung von SOAP, IDoc und RFC
  • Flexible Filter- und Selektionsmöglichkeiten
  • Automatische oder manuelle Ausführung
  • Erweiterbar und überwachbar
  • Hohe Datenqualität durch Prüfungen vor der Verteilung

Typische Einsatzszenarien sind die Anbindung von SAP MDG, SAP EWM, SAP CX-Lösungen, externen Systemen oder die Verteilung von Stammdaten innerhalb einer SAP-Systemlandschaft.

Abgrenzung zu IDoc und SLT

Technologie Zweck
IDoc Nachrichten- und Dokumentenaustausch
SAP SLT Echtzeit-Replikation von Datenbanktabellen
DRF Verteilung und Synchronisation von Stammdaten

Während IDoc ein Datenformat und SLT eine technische Replikationslösung für Datenbankinhalte ist, steuert DRF die fachliche Verteilung von Stammdatenobjekten zwischen Systemen.