SAP CCM – Ist Handel mehr als nur Einkauf und Vertrieb?  

Blogbild Sap CCM

Wenn man an Handel und SAP denkt, denkt man häufig zunächst an Einkauf und Vertrieb. Aber was passiert eigentlich nach dem Einkauf bzw. Verkauf, wenn vereinbarte Boni, Rückvergütungen, Werbekostenzuschüsse oder andere nachträgliche Vereinbarungen abgerechnet werden? 

 

Wenn wir privat einkaufen, ist der Prozess scheinbar einfach: 

  • Produkt in den Einkaufswagen  
  • bezahlen  
  • fertig. 

 

Auch im klassischen SAP-Prozess denken viele zunächst ähnlich: 

  • MM → Beschaffung  
  • SD → Verkauf  
  • Rechnung → Zahlung 

 

Im Handel und mit Hilfe des Konditionskontrakts im SAP Condition Contract Management (CCM) wird es danach erst richtig interessant 

Zwischen Händler und Lieferant können Vereinbarungen bestehen wie: 

  • 2 % Jahresbonus ab einem bestimmten Umsatz 
  • zusätzlicher Bonus bei Erreichen einer definierten Menge 
  • Rückvergütung für bestimmte Warengruppen 
  • Werbekostenzuschüsse 
  • Aktionsvergütungen 
  • Vertriebsprovisionen 
  • kundenbezogene Verkaufsboni 

 

Und diese Vereinbarungen werden nicht zwingend direkt beim einzelnen Einkauf oder Verkauf berücksichtigt, sondern später anhand der tatsächlich entstandenen Geschäftsvorfälle abgerechnet. 

 

SAP selbst beschreibt Settlement Management bzw. CCM als zentrale Lösung für Lieferanten/- und Kundenvereinbarungen und deren nachträgliche Abrechnung. 

 

Ein Beispiel: 

Ein Händler kauft innerhalb eines Geschäftsjahres Waren im Wert von 10 Mio. € bei einem Lieferanten. 

 Im strategischen Einkauf wurde ein Jahresmengenrabatt von 2 % vereinbart, insofern ein Umsatz von mindestens 8 Mio. € erreicht wird. Darüber hinaus können weitere Vereinbarungen bestehen. 

Beispielsweise Werbekostenzuschüsse für gemeinsam durchgeführte Marketingmaßnahmen, Aktionsvergütungen für bestimmte Verkaufsaktionen oder kundenbezogene Verkaufsboni und Vertriebsprovisionen, die an bestimmte Umsätze, Produkte, Mengen oder Kunden gebunden sind. 

Im operativen Einkauf merkt der Mitarbeiter davon zunächst wenig. Die einzelnen Bestellungen und Wareneingänge laufen ganz normal über MM. 

Auch die anschließende Fakturierung bildet zunächst den eigentlichen Warenfluss ab. 

Erst später stellt sich die Frage: 

Wurde die vereinbarte Staffelstufe erreicht? Welche Geschäftsvorfälle sind für die jeweilige Vereinbarung relevant? Welche weiteren Vergütungen wurden durch Aktionen oder Marketingmaßnahmen ausgelöst? Wie hoch ist der tatsächliche Bonus bzw. die tatsächliche Vergütung? Welche Abgrenzungen und Rückstellungen wurden bereits gebildet und vor allem: Wie wird das Ganze nun korrekt abgerechnet? 

 

Die Abrechnung ist nur der sichtbare Abschluss eines Prozesses, der wesentlich früher beginnt. Und das macht SAP CCM so spannend.  

Es vereint diverse Geschäftsprozesse und macht sichtbar, was im Handel tagtäglich passiert. Und am Ende wird eben doch noch, nachträglich, der Einkaufspreis betroffener Artikel gemindert. 

 

Ist Handel also mehr als nur Einkauf und Vertrieb? 

Definitiv. 

Denn der eigentliche wirtschaftliche Effekt im Handel entsteht nicht immer mit der Bestellung, dem Wareneingang oder der Faktura. 

Ein Teil der Wertschöpfung wird erst später sichtbar, wenn vereinbarte Boni, Rückvergütungen, Provisionen oder andere nachträgliche Vergütungen auf Basis der tatsächlich realisierten Geschäftsvorfälle kalkuliert und abgerechnet werden. 

Genau hier setzt SAP Condition Contract Management an. 

 

Der Einkauf bestimmt, was ein Unternehmen einkauft. Der Vertrieb bestimmt, was verkauft wird. Das CCM bestimmt, was am Ende aus den getroffenen Vereinbarungen wird.