SAP CCM im SAP Activate Prozess – Teil 1: Die Discovery-Phase
Willkommen zum ersten Teil unserer Blogreihe zu SAP Condition Contract Management (SAP CCM) entlang der SAP Activate Phasen. Neben unseren zahlreichen Wiki-Einträgen nehmen wir euch in dieser Serie mit hinter die Kulissen: Wie läuft ein CCM-Projekt bei der gicom eigentlich konkret ab – Phase für Phase, ganz nach SAP Activate?
Montagmorgen, 9 Uhr, Controlling-Abteilung
Jemand sucht schon wieder die „aktuelle“ Bonusliste. Version 14, oder war es 17? Irgendwo zwischen drei Excel-Tabs, einer Mail von letzter Woche und dem Gedächtnis eines Kollegen, der eigentlich im Urlaub ist. Kommt euch bekannt vor?
Genau diese Szenen sind der Grund, warum sich immer mehr Unternehmen für SAP Condition Contract Management (SAP CCM) entscheiden. Egal ob simple Prozentrabatte oder mehrstufige Bonusmodelle mit Staffelungen über x Ebenen – SAP CCM bringt System in das, was sonst gerne im Excel-Wildwuchs versinkt.
Bei der gicom läuft ein CCM-Projekt dabei nicht einfach „irgendwie“, sondern nach dem SAP Activate Vorgehensmodell mit seinen sechs Phasen: Discovery, Prepare, Explore, Realize, Deploy und Run. In diesem ersten Beitrag nehmen wir euch mit in die Discovery-Phase – den Moment, in dem noch kein Customizing angefasst wird, aber schon die wichtigsten Weichen gestellt sind.
Discovery ist mehr als ein Kennenlerngespräch
Viele denken bei Discovery zuerst an ein erstes Vertriebsgespräch – nettes Kennenlernen, ein bisschen Small Talk, fertig. Tatsächlich steckt deutlich mehr dahinter. Es geht darum, dass Fachbereich, IT und wir als Implementierungspartner von Anfang an dieselbe Sprache sprechen. Und vor allem: gemeinsam herauszufinden, ob SAP CCM überhaupt die richtige Antwort ist – und wenn ja, in welcher Form.
Dafür braucht es ein paar handfeste Bausteine.
Bestandsaufnahme: Was ist heute schon da?
Bevor man über die Zukunft spricht, lohnt sich der ehrliche Blick zurück:
- Welche Vertragsarten gibt es aktuell – Einkaufsboni, Kundenboni, Marketingvereinbarungen, Aktionsvereinbarungen, Sondervereinbarungen?
- Wie werden sie heute abgebildet? Über klassische SAP-ERP-Konditionen, in Excel oder komplett am System vorbei?
- Welche Abrechnungsprozesse hängen jeweils dran?
- Und ganz ehrlich: Wo tut’s aktuell am meisten weh – manueller Aufwand, fehlende Transparenz, verzögerte Abrechnungen, Fehlerquote?
Zielbild: Wo soll die Reise hinführen?
Aus dem Ist-Zustand entsteht Schritt für Schritt ein erstes Bild der Zukunft:
- Welche Geschäftsprozesse sollen künftig über SAP CCM laufen?
- Gibt es Branchenbesonderheiten in den Bonusvereinbarungen, die man von Beginn an mitdenken muss?
- Wie sieht die Konditionsstruktur grob aus – wie viele Konditionen, welche Arten (Prozentkonditionen, mengenbasiert, mehrstufig, gestaffelt)?
Technik: Auf welchem Boden bauen wir?
- Welche SAP-Systemlandschaft existiert oder ist geplant – S/4HANA on-premise, Private Cloud, Public Cloud?
- Welche Schnittstellen zu bestehenden Systemen gibt es bereits oder müssen mitgedacht werden?
Business Case: Warum lohnt sich der Aufwand?
- Welcher Nutzen wird konkret erwartet – weniger manueller Aufwand, schnellere Abrechnungszyklen, höhere Genauigkeit in der Abrechnung?
- Welche Quick Wins liefert SAP quasi „out of the box“ über die Best Practices, ohne dass eigens etwas gebaut werden muss?
Die Menschen dahinter
Ein Projekt ist nur so gut wie die Leute, die es tragen:
- Welche Fachbereiche müssen an Bord sein – Einkauf, Vertrieb, Controlling, Finance, IT?
- Wer übernimmt die Rolle des Projektsponsors, wer wird als fachlicher Key User gebraucht?
Der erste Fahrplan
- Wie viele Vertragstypen, Konditionsarten und Abrechnungsprozesse müssen realistisch neu abgebildet werden?
- Welche groben Zeiträume sind für die einzelnen SAP-Activate-Phasen realistisch, welche Meilensteine ergeben Sinn?
- Welche WRICEFs zeichnen sich schon jetzt ab – auch wenn noch nicht jedes Detail feststeht?
Am Ende der Discovery-Phase steht…
…kein fertiges Konzept, aber ein solides Fundament:
- Ein grobes Zielbild, welche Prozesse über SAP CCM abgebildet werden sollen.
- Eine erste Aufwandsindikation für die mögliche Umsetzung.
- Eine klare Empfehlung für den Scope, mit dem die Prepare-Phase startet.
- Und ein gemeinsames Grundverständnis aller Beteiligten dafür, was SAP CCM leisten kann – und wo die Grenzen liegen.
Die Excel-Version-14-Situation vom Montagmorgen bleibt so hoffentlich bald nur noch eine Erinnerung.
Nächste Station: Prepare-Phase
Mit einer sauberen Discovery-Phase im Rücken geht’s weiter in die Prepare-Phase. Dort dreht sich alles um Projektteam, Governance und die technische Infrastruktur, auf der das SAP-CCM-Projekt aufsetzt. Mehr dazu im nächsten Teil.
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*Dies ist Teil 1 unserer Blogreihe „SAP CCM entlang des SAP Activate Prozesses“. Bleibt dran für die weiteren Phasen: Prepare, Explore, Realize, Deploy und Run.