SAP CCM im SAP Activate Prozess – Teil 5: Die Deploy-Phase
Willkommen zum fünften Teil unserer Blogreihe zu SAP Condition Contract Management (SAP CCM) entlang der SAP Activate Phasen. Im letzten Beitrag haben wir die Realize-Phase abgeschlossen – das System ist konfiguriert, die WRICEFs sind entwickelt und getestet, die Freigabe steht. Jetzt geht es Richtung Go-Live.
Freitagnachmittag, drei Wochen vor Go-Live
Im Projektraum hängt ein neuer Plan an der Wand – kein Kanban-Board diesmal, sondern ein Cutover-Plan mit Uhrzeiten, Verantwortlichkeiten und einem auffällig großen roten Balken für das Go-Live-Wochenende. Die Kollegin aus dem Vertrieb, die in der Realize-Phase ihren ersten Kontrakt live getestet hat, sitzt heute nicht mehr allein am Testsystem – sie steht vorne im Raum und erklärt zehn weiteren Kolleginnen und Kollegen, wie sie künftig Kontrakte im neuen System anlegen. Willkommen in der Deploy-Phase.
Aus dem freigegebenen System der Realize-Phase wird jetzt ein System, das tatsächlich im Tagesgeschäft ankommt. Und das bedeutet: nicht nur Technik, sondern vor allem Menschen, die morgen anders arbeiten werden als heute.
Deploy ist kein Wochenend-Sprint – hier zahlt sich jede Vorbereitung aus
Ein beliebter Irrglaube: die Deploy-Phase sei nur das eigentliche Umstellungswochenende, an dem irgendjemand einen Schalter umlegt. Tatsächlich beginnt die Deploy-Phase Wochen vorher – mit Schulungen, Generalproben und einem Cutover-Plan, der jeden Handgriff vorwegnimmt. Das eigentliche Go-Live-Wochenende ist dann im besten Fall der unspektakulärste Teil der ganzen Phase.
Diese Bausteine gehören bei der gicom fest zur Deploy-Phase.
Endanwenderschulung: Aus Projektteam wird Belegschaft
- Schulung aller Endanwenderinnen und Endanwender aus Einkauf, Vertrieb und Controlling, nicht nur der Key User aus der Prepare-Phase.
- Aufbereitung der in der Realize-Phase entstandenen Testkontrakte als reale Übungsbeispiele in den Schulungen.
- Bereitstellung von Kurzanleitungen und Ansprechpartnern für die ersten Wochen nach Go-Live.
Generalprobe: Der Cutover wird durchgespielt
- Mindestens eine vollständige Generalprobe des Cutover-Plans vor dem eigentlichen Go-Live-Wochenende.
- Finaler Testlauf der Datenmigration mit den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Bestandsdaten.
- Zeitmessung der einzelnen Cutover-Schritte, um Engpässe vor dem echten Wochenende zu erkennen.
Go/No-Go-Entscheidung: Der letzte Check vor dem Los
- Strukturierte Bewertung aller offenen Punkte aus der Realize-Phase kurz vor dem geplanten Go-Live-Termin.
- Klare Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit der Lenkungsausschuss grünes Licht gibt.
- Bewusste Bereitschaft, den Termin zu verschieben, falls kritische Punkte offen sind – lieber eine Woche später als ein holpriger Start.
Cutover: Das eigentliche Go-Live Wochenende
- Durchführung der finalen Datenmigration nach dem in der Generalprobe erprobten Ablauf.
- Abschalten der alten Prozesse – etwa der Excel-Listen aus der Discovery-Phase – zugunsten des neuen Systems.
- Laufende Statuskommunikation an alle Beteiligten, damit niemand am Montagmorgen im Ungewissen steht.
Hypercare: Die ersten Tage im neuen System
- Erhöhte Erreichbarkeit des Projektteams in den ersten Wochen nach Go-Live für Rückfragen aus dem Tagesgeschäft.
- Enges Monitoring der ersten realen Kontrakte und Abrechnungsläufe im Produktivsystem.
- Sammlung kleinerer Nachschärfungsbedarfe, die dokumentiert und geordnet in die anschließende Run-Phase übergeben werden.
Am Ende der Deploy-Phase steht…
…ein funktionierendes System für das Tagesgeschäft:
- Geschulte Endanwenderinnen und Endanwender, die SAP CCM im Tagesgeschäft selbstständig nutzen.
- Ein erfolgreich durchgeführter Cutover nach erprobtem Plan.
- Eine dokumentierte Go/No-Go-Entscheidung, die den Weg für den Go-Live freigegeben hat.
- Die ersten produktiv angelegten und abgerechneten Kontrakte im neuen System.
- Eine strukturierte Liste an Optimierungen für die Run-Phase.
Der rote Balken vom Cutover-Plan ist damit Geschichte – aus dem Projekt ist gelebter Alltag geworden.
Nächste Station: Run-Phase
Mit einem laufenden System und eingespielten Endanwendern geht es weiter in die Run-Phase. Dort dreht sich alles um ein funktionierendes Tagesgeschäft – von der Wartung über den kontinuierlichen Support bis zur Weiterentwicklung des Systems. Mehr dazu im nächsten und letzten Teil unserer Serie.
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Dies ist Teil 5 unserer Blogreihe „SAP CCM entlang des SAP Activate Prozesses“. Bleibt dran für den letzten Teil: Run.