SAP CCM im SAP Activate Prozess – Teil 4: Die Realize-Phase 

Blogbilder

Willkommen zum vierten Teil unserer Blogreihe zu SAP Condition Contract Management (SAP CCM) entlang der SAP Activate Phasen. Im letzten Beitrag haben wir die Explore-Phase abgeschlossen – Fit-Gap-Analyse steht, der Prototyp ist gereift, der Backlog priorisiert. Jetzt wird gebaut. 

Donnerstagnachmittag, vier Sprints später 

Auf dem Kanban-Board im Projektraum wandern die ersten Karten in die Spalte „Erledigt“. Die im Explore-Workshop getroffene Entscheidung für die monatliche Abrechnung der Jahresbonusvereinbarung wurde inzwischen im Customizing umgesetzt, das erste WRICEF für die automatisierte Schnittstelle zum Nachbarsystem läuft im Entwicklungssystem, und die Kollegin aus dem Vertrieb testet gerade zum ersten Mal „ihren“ Kontrakt live im System – gespannt auf das Ergebnis. Aus dem gemeinsam erarbeiteten Soll-Konzept der Explore-Phase wird jetzt Schritt für Schritt ein lauffähiges System.  

Willkommen in der Realize-Phase. 

Realize ist kein Blackbox-Sprint – hier wird sichtbar gebaut 

Ein verbreitetes Missverständnis: Realize sei die Phase, in der sich das Projektteam für ein paar Monate zurückzieht und am Ende ein fertiges System präsentiert. Bei uns läuft das anders. Realize ist iterativ, transparent und eng mit dem Fachbereich verzahnt – nur so lässt sich vermeiden, dass am Ende ein System steht, das zwar dem Konzept entspricht, aber am eigentlichen Bedarf vorbeigebaut wurde. 

Diese Bausteine gehören bei der gicom fest zur Realize-Phase. 

Customizing: Der Soll-Prozess wird auf das System übertragen 

  • Umsetzung der in der Explore-Phase dokumentierten Soll-Prozesse im SAP-CCM-Customizing. 
  • Konfiguration der final abgestimmten Kontraktarten, Konditionsarten, Kalkulationsschemas usw. 
  • Laufende Abstimmung mit dem Fachbereich in kurzen Zyklen, statt erst am Ende alles auf einmal zu zeigen. 

 Entwicklung: Die WRICEFs nehmen Form an 

  • Umsetzung der in der Explore-Phase identifizierten und im Lenkungsausschuss freigegebenen WRICEFs. 
  • Enge Abstimmung zwischen Entwicklung und Fachbereich, damit Zwischenstände frühzeitig eingeordnet werden können. 
  • Technische Dokumentation parallel zur Entwicklung. 

 Testing: Vertrauen entsteht durch Wiederholung 

  • Unit-Tests direkt nach Fertigstellung einzelner Customizing- und Entwicklungsbausteine. 
  • Integrationstests, End-to-End Prozesse – von der Kontraktanlage bis zur Abrechnung testen. 

 Datenmigration: Der Blick auf die Altlasten 

  • Testläufe für die Migration bestehender Kontrakte und Konditionen aus dem Altsystem bzw. den Excel-Listen 
  • Stetige Bereinigung und Validierung der Bestandsdaten, bevor sie ins neue System übernommen werden. 
  • Mehrere Migrationsproben, damit am Go-Live keine Überraschungen mehr auftauchen. 

 

Qualitätssicherung: Der Blick von außen 

  • Regelmäßige Quality Gates, in denen Projektleitung und Lenkungsausschuss den Fortschritt gegen den Backlog aus der Explore-Phase prüfen. 
  • Frühzeitiges Nachschärfen, wenn Aufwandsschätzungen aus der Explore-Phase nicht mehr zur Realität passen. 
  • Bewusste Entscheidung, welche Backlog-Einträge tatsächlich noch vor dem Go-Live umgesetzt werden und welche in eine spätere Ausbaustufe wandern. 

Am Ende der Realize-Phase steht… 

 …ein System, das mehr als ein Konzept ist: 

  • Ein vollständig konfiguriertes SAP-CCM-System auf Basis der in der Explore-Phase abgestimmten Soll-Prozesse. 
  • Fertig entwickelte und getestete WRICEFs für die identifizierten Sonderanforderungen. 
  • Erfolgreich durchgeführte Integrationstests für die zentralen Kontraktarten. 
  • Ein erprobtes Migrationskonzept für die Bestandsdaten. 
  • Eine von Projektleitung und Lenkungsausschuss bestätigte Freigabe für den nächsten Schritt. 

 

Nächste Station: Deploy-Phase 

Mit einem getesteten und freigegebenen System geht es weiter in die Deploy-Phase. Dort dreht sich alles um die finale Go-Live-Vorbereitung – von der letzten Generalprobe über die Schulung der Endanwender bis zum Go-Live. Mehr dazu im nächsten Teil. 

 

Dies ist Teil 4 unserer Blogreihe „SAP CCM entlang des SAP Activate Prozesses“. Bleibt dran für die weiteren Phasen: Deploy und Run.