SAP CCM im SAP Activate Prozess – Teil 3: Die Explore-Phase

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Willkommen zum dritten Teil unserer Blogreihe zu SAP Condition Contract Management (SAP CCM) entlang der SAP Activate Phasen. Im letzten Beitrag haben wir die Prepare-Phase abgeschlossen – Projektorganisation steht, Systeme sind bereitgestellt, das Team ist geschult. Jetzt wird es fachlich spannend.

Mittwochvormittag, Workshop-Raum 3

Auf dem Whiteboard steht in großen Buchstaben „Fit-Gap“, darunter drei Spalten: Standard, Gap, offen. Die Kolleginnen aus dem Vertrieb und der Kollege aus dem Einkauf sitzen sich zum ersten Mal gemeinsam am Tisch mit dem offenen CCM-System und diskutieren, ob die Abrechnung der Jahresbonusvereinbarung monatlich oder erst zum Quartalsende laufen soll. Willkommen in der Explore-Phase.

Nach der organisatorischen Fleißarbeit der Prepare-Phase geht es jetzt ans Eingemachte: Die in der Discovery-Phase skizzierten Zielprozesse treffen zum ersten Mal auf den echten SAP-Standard. Und wie das im echten Leben so ist – nicht jede Wunschvorstellung übersteht den ersten Kontakt mit der Realität unverändert.

Explore ist keine Demo-Show – hier wird der Scope hart erarbeitet

Ein häufiges Missverständnis: Explore sei die Phase, in der der Implementierungspartner ein bisschen Software vorführt und alle nicken. Tatsächlich ist Explore die vermutlich anspruchsvollste Phase im ganzen Projekt – hier wird gemeinsam erarbeitet, was am Ende wirklich gebaut wird. Und das bedeutet: viele Workshops, viele Diskussionen, und ab und zu auch die ehrliche Erkenntnis, dass der Wunschprozess so nicht funktioniert.

Diese Bausteine gehören bei der gicom fest zur Explore-Phase.

Fit-Gap-Analyse: Standard vs. Wunschvorstellung

  • Abgleich der in der Discovery-Phase identifizierten Prozesse mit dem SAP-CCM-Standard.
  • Klare Kennzeichnung, was ohne Anpassung funktioniert (Fit), was mit Konfiguration erreichbar ist und wo tatsächlich ein Gap besteht.
  • Für jeden Gap: gemeinsame Bewertung, ob eine Prozessanpassung auf Fachbereichsseite sinnvoller ist als eine technische Erweiterung.

 

Prototyping: Zeigen statt nur beschreiben

  • Aufbau eines ersten Prototypen im bereitgestellten System – mit echten, aber anonymisierten Beispieldaten aus dem Fachbereich.
  • Durchspielen konkreter Kontrakte und Konditionen direkt im System, statt nur auf dem Papier zu diskutieren.
  • Iteratives Verfeinern: Ein Prototyp ist kein fertiges Produkt, sondern eine Diskussionsgrundlage, die von Workshop zu Workshop wächst.

 

Backlog-Erstellung: Aus Diskussionen werden Aufgaben

  • Überführen aller identifizierten Gaps, Anpassungen und offenen Fragen in einen strukturierten Backlog.
  • Priorisierung gemeinsam mit dem Fachbereich – was ist für den Go-Live zwingend nötig, was kann in eine spätere Ausbaustufe wandern?
  • Erste Aufwandsschätzung pro Backlog-Eintrag, um die Realize-Phase realistisch planen zu können.

 

Prozessdesign: Der Zielprozess wird verbindlich

  • Feinabstimmung der Konditionsstrukturen – wie viele Stufen, welche Berechnungslogiken, welche Abrechnungszyklen wirklich gebraucht werden.
  • Abstimmung der Schnittstellenprozesse zu Nachbarsystemen, die in der Prepare-Phase technisch bereits vorgedacht wurden.
  • Dokumentation der finalen Soll-Prozesse als Grundlage für Customizing und spätere Tests.

 

Entscheidungsfindung: Nicht alles kann Konsens sein

  • Bewusste Scope-Entscheidungen – was kann im Standard bleiben und welche WRICEFs (Kundenindividuelle Entwicklungen) soll es geben.
  • Festhalten aller Entscheidungen, damit sie in der Realize-Phase nicht erneut aufgerollt werden müssen.
  • Nachdiskussion mit Unterstützung des Lenkungsausschusses bei fachlichen Meinungsverschiedenheiten zwischen verschiedenen Personengruppen im Projekt

 

Am Ende der Explore-Phase steht…

…ein Projekt mit klarem fachlichen Fundament:

  • Eine vollständige Fit-Gap-Analyse, die zeigt, wo Standard reicht und wo Anpassungsbedarf besteht.
  • Ein greifbarer Prototyp, an dem sich alle Beteiligten orientieren können.
  • Ein priorisierter Backlog, der die Grundlage für die Realize-Phase bildet.
  • Verbindlich dokumentierte Soll-Prozesse
  • Getroffene Entscheidungen zu den strittigen Punkten, statt offener Baustellen.

 

Aus der drei-Spalten-Whiteboard-Diskussion vom Mittwochvormittag ist damit ein belastbares fachliches Konzept geworden – der Wunschprozess mit vier Staffelstufen ist übrigens am Ende bei drei gelandet.

 

Nächste Station: Realize-Phase

Mit Fit-Gap-Analyse, Prototyp und priorisiertem Backlog im Gepäck geht es weiter in die Realize-Phase. Dort wird aus dem Prototyp ein produktionsreifes System – inklusive Customizing, Entwicklung der identifizierten Erweiterungen und den ersten umfassenden Tests. Mehr dazu im nächsten Teil.

*Dies ist Teil 3 unserer Blogreihe „SAP CCM entlang des SAP Activate Prozesses“. Bleibt dran für die weiteren Phasen: Realize, Deploy und Run.*