SAP Konditionskontraktmanagement (CCM)

Das SAP Konditionskontraktmanagement (CCM) ist die zentrale Lösung in SAP S/4HANA für die automatisierte Verwaltung, Rückstellungs- und Abrechnungsabwicklung von nachträglichen Vergütungen jeglicher Art. Es ist eng verzahnt mit Einkaufs- und Vertriebsprozessen und gesamtheitlich im SAP Finance und Controlling integriert. 

 

 

Was ist das SAP CCM?

Das SAP Condition Contract Management (CCM) ist ein Modul innerhalb von SAP S/4HANA, das das vollständige Handling von Vereinbarungen – Rabatte, Boni und Rückvergütungen – zwischen Partnern unterstützt.  

 

Über das SAP CCM wird der gesamte Lebenszyklus von Vereinbarungen abgebildet: 

  • Anlage und Pflege von Konditionskontrakten inklusive ihrer Abrechnungsintervalle 
  • Automatische Umsatzermittlung auf Basis des berechtigten Umsatzvolumens  
  • Bildung von Rückstellungen und buchhalterischen Abgrenzungen 
  • Erstellung von nachträglichen Rechnungskorrekturen bzw.  Gutschriftsanforderungen sowie Rechnungen aus Dienstleistungsgeschäften 
  • Reporting in Form von Umsatz- und Abrechnungsanalysen

 

 

Wie funktioniert das SAP CCM?

Der Prozess eines Verkaufsbonus in SAP CCM lässt sich in fünf definierte Schritte unterteilen: 

 

  1. Anlage des Konditionskontrakts

Im Konditionskontrakt werden alle relevanten Parameter der Bonusvereinbarung gepflegt: Kontraktpartner wie z.B. Lieferant, Kunde oder Kundengruppe, Gültigkeitszeitraum, Bonusart (z. B. prozentualer Umsatzbonus, mengenbasierte Konditionen sowie Staffeln jeglicher Art – prozentual, mengen-, volumen-, gewichtsbasiert), Abrechnungsintervalle (monatlich, quartalsweise, jährlich), sowie abrechnungsprozessrelevante Parameter. 

 

  1. Umsatzermittlung

SAP CCM ermittelt automatisch pro definierter Kontraktart und den zugeordneten Umsatztöpfen die relevanten Umsatzdaten. Diese können durch flexibel definierbare Kriterien individuell pro Kontrakt eingeschränkt werden. Dabei kann beispielsweise gezielt auf produktspezifische Kriterien wie z.B.: Produkte, Produktgruppen, Produkthierarchien, Organisationsmerkmale, z.B.: Buchungskreise, Vertriebsorganisationen, Einkaufsorganisationen, sowie Lieferanten bzw. Kundenmerkmalen eingeschränkt werden. 

 

  1. Rückstellungen und Abgrenzungen

Auf Basis der ermittelten Umsätze berechnet das System automatisch die zu erwartenden Bonusertrage bzw. Bonuskosten und bucht diese entweder als Rückstellung oder als effektive Buchung – je nach Art des Abrechnungstermins – in der Finanzbuchhaltung.  

 

  1. Bonusabrechnung

Zum vereinbarten Abrechnungszeitpunkt erstellt SAP CCM automatisch einen Abrechnungsbeleg (Rechnung oder Gutschrift bzw. Gutschriftsanforderung). Mit der Abrechnung werden zuvor gebildete Rückstellungen automatisch aufgelöst. 

 

  1. Reporting

Über das im SAP CCM integrierte Reporting lassen sich jederzeit aktuelle Rückstellungsstände, Umsatzverläufe und Abrechnungshistorien einsehen.  

 

 

Welche Möglichkeiten bietet das SAP CCM?

SAP CCM bringt im Vergleich zu manuellen oder weniger integrierten Bonusprozessen erhebliche Vorteile: 

Automatisierung: Rückstellungen und Abrechnungen laufen systemseitig – ohne manuelle Eingriffe. Rückstellungen können dabei tagesaktuell gebildet werden.  

Periodengenauigkeit: Buchhalterische Abgrenzungen erfolgen laufend, nicht erst zum Jahresabschluss 

Revisionssicherheit: Lückenlose Dokumentation aller Bonustransaktionen 

Flexibilität: Abbildung komplexer Vereinbarungen und Gewährleistung der automatischen Rückstellung und Abrechnung dieser Vereinbarungen 

Integration: Nahtlose Verbindung zu SAP MM, SD, FI und CO in S/4HANA 

In SAP S/4HANA profitiert das SAP CCM deutlich von der In-Memory-Architektur der HANA-Datenbank. Selbst bei großen Belegmengen – typisch im Handel oder Großhandel – lassen sich Umsatzauswertungen und Rückstellungsläufe deutlich performanter ausführen als in klassischen ECC-Systemen. 

 

 

Was ist bei SAP CCM zu beachten?

Folgende Punkte sind bei einer SAP CCM Implementierung zu empfehlen:  

  • Nutzung der vielen durch SAP vorkonfigurierten Best Practices, die mit S/4 HANA ausgerollt wurden und stetig ausgebaut werden.  
  • Einheitliche und konsistente Stammdatenprozesse. Durch die hohe Integration des SAP CCM ist eine konsistente Stammdatenpflege essenziell, um das volle Potenzial des SAP CCM auszuschöpfen.  
  • Frühzeitige Einbindung aller Fachbereiche: CCM betrifft den Einkauf/Vertrieb, Finance und Controlling gleichermaßen. Zu spätes zusammenführen der Abteilungen kann zu erheblichen Nacharbeiten führen 
  • Teststrategie und Testdatenqualität: Bonusprozesse sind oft komplex und individuell. Testfälle sollten reale Geschäftsfälle abbilden. Für eine hohe Implementierungsqualität empfehlen sich möglichst aktuelle Massendaten auf dem Testsystem. Diese reduzieren das Risiko unentdeckter Fehler auf dem Produktivsystem erheblich. 

 

 

 

Was ist der Unterschied zwischen SAP CCS und SAP CCM?

Mit der Einführung von SAP S/4HANA wurde das SAP CCM als Nachfolger des SAP CCS unter SAP ERP 6.0 weitergeführt. Funktional ist es die SAP S/4HANA optimierte Version des SAP Condition Contract Settlement.  

Dabei bildet SAP CCM funktional neben vielen Weiterentwicklungen weiterhin die folgenden Bereiche ab: 

  • Anlage und Pflege von Konditionskontrakten für Geschäftspartner (z.B.: Kunden und Lieferanten) 
  • Steuerung von Boni, Provisionen, Rabatten 
  • Abrechnung und Rückstellung dieser Kontrakte 

Das SAP Condition Contract Management ist ein Baustein des SAP Settlement Management und somit darunter aufgehangen.